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Am 23. September 2009 wurde im Roten Rathaus das Berliner "Bündnis gegen Homophobie" gegründet. Als Erstunterzeichner haben sich in dem Bündnis 24 relevante gesellschaftliche Organisationen, Institutionen und Unternehmen zusammengetan, um ein klares Zeichen zu setzen gegen Homosexuellenfeindlichkeit, Diskriminierung und Gewalt.
An der Gründungsveranstaltung nahmen neben Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit u.a. Berlins Polizeipräsident Dieter Glietsch, der Vorsitzende der Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Michael Joachim, und der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, teil. Initiator des Bündnisses ist der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) e.V. Dem Bündnis gehören u. a. die Deutsche Bank und die SAP AG, die Akademie der Künste und die Deutsche Oper, der Deutsche Fußball-Bund e.V. und Hertha BSC, der Landessportbund und der Deutsche Gewerkschaftsbund an.
Ziel des Bündnisses ist es, möglichst viele maßgebliche Träger des Wirtschafts-, Kultur- und Sportlebens dafür zu gewinnen, sich für Respekt und Anerkennung gegenüber Schwulen und Lesben einzusetzen. In Bezug auf Ausländerhass wurde vor einigen Jahren zu Recht ein "Aufstand der Anständigen" angemahnt. Auch in Puncto Homophobie müssen wir ein deutliches Zeichen setzen. Es ist an der Zeit, dass die schweigende Mehrheit den Mund aufmacht. Dass sie das eigentlich Selbstverständliche laut und unmissverständlich ausspricht: "Homophobie hat in unserer Gesellschaft keinen Platz!"
Das Bündnis gegen Homophobie hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Botschaft auszusenden. Dies wird auch in einem gemeinsamen Aufruf unter dem Titel "Anerkennung und Respekt für gleichgeschlechtliche Lebensweisen" deutlich gemacht. Als weitere Aktivitäten des Bündnisses sind die Einrichtung einer Internetseite, Veranstaltungen und eine Kampagne für Respekt und Anerkennung geplant.
Hintergrund der Gründung sind homosexuellenfeindliche Übergriffe, die sich im vergangenen Jahr in Berlin gehäuft hatten. Mehrfach wurden Schwule und Lesben wegen ihrer sexuellen Orientierung angegriffen und dabei zum Teil lebensgefährlich verletzt. Von einem hohen antihomosexuellen Gewaltpotential zeugt auch, dass auf das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen innerhalb eines Jahres nach seiner Einweihung bereits drei Anschläge verübt wurden.
Jedes Jahr registriert das Anti-Gewalt-Projekt "Maneo" in Berlin zwischen 200 und 300 gewalttätige Übergriffe auf schwule Männer. Die Dunkelziffer liegt laut Polizeischätzung bei 90 Prozent. Hintergrund ist, dass viele Homosexuelle den Gang zur Polizei auch heute noch scheuen. Über das Ausmaß der Gewalttaten gegen lesbische Frauen ist noch weniger bekannt. Ein - ehrenamtlich geführtes - lesbisches Überfalltelefon gibt es erst seit Mai 2009. Vgl. ONYVA.
Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) e.V will die verbreitete Homosexuellenfeindlichkeit nicht länger tatenlos hinnehmen. Deswegen ergriff er die Initiative für ein breites gesellschaftliches "Bündnis gegen Homophobie" . Wir denken, dass es neuer Initiativen bedarf, um in der Öffentlichkeit noch deutlicher zu machen, dass Homophobie in Berlin keinen Platz hat.
Das Bündnis gegen Homophobie steht unter der Schirmherrschaft vom Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit.
Die Gründungsmitglieder des Bündnisses gegen Homophobie
1. Akademie der Künste 2. Berliner Fußball-Verband e.V. 3. Berliner Bank 4. Der Polizeipräsident in Berlin 5. Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) 6. Berlin Tourismus Marketing GmbH 7. Deutsche Bank Berlin 8. Deutsche Oper Berlin 9. Deutscher Fußball-Bund e.V. (DFB) 10. Deutscher Gewerkschaftsbund Berlin-Brandenburg (DGB) 11. Hertha BSC Berlin 12. Internationale Filmfestspiele Berlin / Berlinale 13. Jüdische Gemeinde zu Berlin 14. Landessportbund Berlin 15. Landesverband Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg e.V. 16. SAP AG 17. Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten 18. Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas 19. Tennis Borussia Berlin e.V. (TeBe) 20. TERRE DES FEMMES - Menschenrechte für die Frau e.V. 21. Theater an der Parkaue 22. Türkiyemspor Berlin e.V. 23. Verein Iranischer Flüchtlinge e.V. 24. Zentralrat Deutscher Sinti und Roma
Seit der Gründungsveranstaltung sind folgende Organisationen dem Bündnis beigetreten:
25. Friedrichstadtpalast 26. HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH 27. Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG und Coca-Cola GmbH 28. Türkischer Bund in Berlin-Brandenburg (TBB)
Aufruf des Berliner Bündnisses gegen Homophobie: Anerkennung und Respekt für gleichgeschlechtliche Lebensweisen
Homophobie ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Sie zu bekämpfen, ist die Pflicht der ganzen Gesellschaft. Die Unterzeichner dieses Aufrufes sind sich einig, dass Homophobie nicht tatenlos hingenommen werden darf. Wir wollen der verbreiteten Homosexuellenfeindlichkeit gemeinsam entgegentreten. Deswegen haben wir uns im „Berliner Bündnis gegen Homophobie“ zusammengeschlossen.
Homophobie ist eine soziale, gegen nicht-heterosexuelle Menschen gerichtete Feindseligkeit (http://de.wiktionary.org/wiki/Animosit%C3%A4t). Es handelt sich um eine irrationale, sachlich nicht begründete Aversion gegenüber homosexuellen, bisexuellen und transidenten Menschen und ihren Lebensweisen. Homophobie hat viele Facetten und Ausdrucksformen: Diskriminierung, Ausgrenzung und Benachteiligung, Beleidigung, Mobbing, Körperverletzung und Sachbeschädigung, Verschwörungstheorien, Hassparolen und Hetzartikel.
Die Unterzeichner sind zutiefst beunruhigt über den hohen Verbreitungsgrad homosexuellenfeindlicher Einstellungen. Besonders besorgniserregend ist es, dass Homophobie auch unter jungen Menschen weit verbreitet ist. Auf Schulhöfen gehört „schwule Sau“ heute wieder zu den meistbenutzten Schimpfwörtern.
Homophobie senkt die Schwelle zur Gewaltanwendung. Beleidigungen, Pöbeleien und gewalttätige Übergriffe gehören auch heute noch zu den Alltagserfahrungen vieler Homosexueller. Von einem hohen antihomosexuellen Gewaltpotential zeugt auch, dass das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen ein Jahr nach seiner Einweihung bereits drei Mal beschädigt wurde.
Homophobie geht uns alle an. Denn Homophobie ist ein Angriff auf die Grundwerte unserer Gesellschaft. Die Berliner Verfassung gebietet, dass kein Mensch aufgrund seiner sexuellen Identität benachteiligt werden darf – ebenso, wie sie die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Abstammung, der Rasse, der Sprache, der Heimat und der Herkunft, des Glaubens und der religiösen oder politischen Anschauungen verbietet. Wir wollen, dass die Verfassungswirklichkeit für Homosexuelle in Berlin auch zur Lebensrealität wird. Bei der Freiheit des Einzelnen und dem Recht auf sexuelle Selbstbestimmung dürfen in einer demokratischen Gesellschaft keine Abstriche gemacht werden.
Wir, die Unterzeichner dieses Aufrufes, verpflichten uns, im Alltag jeglicher Form von Diskriminierung entgegenzutreten. Wir engagieren uns für Anerkennung und Respekt gegenüber Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern. Unser Ziel ist ein breites gesellschaftliches Bündnis gegen Homophobie, das Hass und Intoleranz offensiv entgegentritt und die Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Lebensweisen fördert.
Die Resolution wurde auf Leinwand gezogen.
Diese wurde von jedem Vertreter unterschrieben.
Gruppenfoto zum Schluss:
"Für die Akademie der Künste ist es eine Selbstverständlichkeit, Aktionen gegen Homophobie und für die Respektierung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften zu unterstützen. Im Jahre 1997 haben wir gemeinsam mit dem Schwulen Museum die viel beachtete Ausstellung „100 Jahre Schwulenbewegung“ am Hanseatenweg gezeigt – nicht zuletzt, um für Toleranz zu werben und um zu zeigen, wie sich stets auch die Kunst mit dem Thema Homosexualität auseinandergesetzt hat. Die Diskriminierung Homosexueller ist ein Verstoß gegen die Menschenrechte. Weil diese Tatsache keineswegs allgemein akzeptiert wird, ist das Bündnis notwendig."
Klaus Staeck, Präsident der Akademie der Künste
"Als Integrationsbeauftragter des Berliner Fußball-Verbandes ist es meine wichtigste Aufgabe den Rassismus auf den Berliner Fußballplätzen entgegenzuwirken und dafür zu sorgen, dass die 22 Fußballer/-innen auf dem Platz gleichberechtigt und gleichwertig nebeneinander spielen und sich dabei den nötigen Respekt zuzollen. Durch unser Projekt „Integration durch Qualifizierung“, und Aktionen wie dem jährlichen „BFV – Integrationsfest“ und dem „BFV – Integrationspreis“ befinden wir uns auf einen sehr guten Weg im Kampf für Akzeptanz und Gleichberechtigung im Berliner Fußball. In den letzen Jahren häuften sich die homosexuellenfeindlichen Übergriffe in Berlin, welche vom Berliner Fußball-Verband e.V. verurteilt werden. Umso wichtiger ist es nun sich zusammenzutun, um ein klares Zeichen gegen Homosexuellenfeindlichkeit, Diskriminierung und Gewalt zu setzen. Der LSVD bekommt für sein Engagement meine vollste Anerkennung und die Unterstützung seitens des Berliner Fußball-Verbandes, damit die Schwulen und Lesben ihren Platz in der Gesellschaft gleichberechtigt einnehmen können."
Mehmet Matur,
Integrationsbeauftragter des Berliner Fußball-Verbandes
"Die Berliner Bank ist ein Teil der Stadt mit ihrer kulturellen und gesellschaftlichen Vielfalt und Offenheit. Diese Vielfalt gilt es zu bewahren und als einen elementaren Wert in den Köpfen der Berlinerinnen und Berliner zu verankern. Deshalb sind wir gegen jede Art von Diskriminierungen und Feindseligkeiten. Wir brauchen eine demokratische Gesellschaft, die sich durch Toleranz auszeichnet und einen respektvollen Umgang im täglichen Miteinander lebt. Dafür stehen wir auch als Arbeitgeber und Unternehmensbürger der Stadt ein."
"Homosexuellenfeindlichkeit und aus Ihr erwachsende vorurteilsmotivierte Gewalt haben vielfältige Ursachen. Deren Beseitigung erfordern Anstrengungen der gesamten Gesellschaft. Die Berliner Polizei arbeitet bereits seit vielen Jahren mit staatlichen und nichtstaatlichen Stellen zusammen, um homophobe Gewalt zu bekämpfen. Auch innerhalb meiner Behörde ist es mir ein besonderes Anliegen ein vorurteils- und diskriminierungsfreies Arbeitsklima für alle Beschäftigten zu gewährleisten. Unser Engagement und unsere Erfahrungen wollen in das „Berliner Bündnis gegen Homophobie“ einbringen."
Dieter Glietsch, Polizeipräsident in Berlin
"Wir haben dieses Thema für uns auch innerhalb des Unternehmens erkannt und bereits im vergangenen Jahr eine Dienstvereinbarung zum partnerschaftlichen Umgang abgeschlossen. Bei der BSR ist jede ungerechtfertigte Benachteiligung durch Vorgesetzte oder im Kollegenkreis eine Diskriminierung. Besonders schwere Formen sind für uns unwürdige Behandlung oder Aggressivität gegenüber Beschäf-tigten wegen ihrer Abstammung, Religion, einer Behinderung, ihrer Hautfarbe, ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Identität. Deshalb gibt es hier keine Toleranz, son-dern die klare Ansage: Verstöße gegen die Menschenwürde oder Verletzungen von Persönlichkeitsrechten haben bei der BSR nichts zu suchen. Selbstverständlich ist es uns wichtig, diesen Gedanken auch außerhalb des Unternehmens zu verbreiten. Dies zumal unsere Beschäftigten ja quasi täglich auf Berlins Straßen unterwegs sind. Daher beteiligen wir uns gern an der Gründung des Berliner Bündnisses gegen Homophobie."
Dr. Lothar Kramm, Vorstand Finanzen
„Berlin steht für Weltoffenheit und Toleranz. Dies sind zwei Werte, mit denen die Berlin Tourismus Marketing GmbH weltweit wirbt, um Touristen und Berlin-Besucher aus aller Welt für die deutsche Hauptstadt zu begeistern. Die Vielfalt der Stadt ist unser stärkstes Gut: ob Kulturelles oder Sportliches, ob Kulinarisches oder Shopping, ob das Zusammentreffen verschiedenster Menschen – alle dies macht das Bild von Berlin aus, das in der Welt so positiv wahrgenommen wird. Die Berlin Tourismus Marketing GmbH unterstützt das „Bündnis gegen Homophobie“, denn Berlin ist Vielfalt .“
„Respekt ist eine Grundvoraussetzung für eine funktionierende Gesellschaft. Mit dem Beitritt zum Bündnis gegen Homophobie markiert Coca-Cola in Deutschland einmal mehr, dass wir jedwede Form der Diskriminierung oder gar Gewalt ablehnen und für eine offene und tolerante Gesellschaft eintreten.“
Uwe Kleinert, Leiter Corporate Responsibility & Sustainability von Coca-Cola in Deutschland
"Vielfalt ist ein unverzichtbarer Teil der Unternehmenskultur der Deutschen Bank. Leistung bestimmt unser Handeln, ungeachtet von Nationalität, Religion, Rasse, Geschlecht, sexueller Orientierung/ Identität oder ethnischer Herkunft. Wir sind fest davon überzeugt, dass ein Unternehmen wie die Deutsche Bank auf Dauer im internationalen Wettbewerb nur erfolgreich bestehen kann, wenn es in der Lage ist, sich auf eine gesellschaftlich-kulturell vielfältige Belegschaft zu stützen, die über alle Grenzen hinweg eng zusammenarbeitet. Als Arbeitgeber für Mitarbeiter aus 145 Nationen bieten wir ein vorurteilsfreies und motivierendes Arbeitsumfeld und fördern dies als Mitinitiator der „Charta der Vielfalt der Unternehmen in Deutschland“ über den eigenen Konzern hinaus.
Wir fördern Vielfalt durch Schaffung angemessener Arbeitsbedingungen und haben weltweit vielfältige Diversity-Programme ins Leben gerufen: Frauennetzwerke und Veranstaltungen wie Women in European Business und Women on Wall Street, die Rainbow Groups, das Generationennetzwerk, verschiedene Mentoring-Programme sowie Diversity-Trainings und –Messen für Führungskräfte und Mitarbeiter. Die Rainbow Group Germany ist das Netzwerk für schwule, lesbische, bisexuelle und transsexuelle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie deren Freunde und Unterstützer in der Deutschen Bank. Das Ziel ist es, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, gleich welcher sexuellen Identität, die Möglichkeit zu geben, ihr volles Potenzial zum Wohle des Unternehmens zu entfalten und ihre Identifikation mit dem Konzern zu stärken.
Weil wir uns dem Diversity Gedanken verpflichtet fühlen, unterstützen wir auch das „Berliner Bündnis gegen Homophobie“.
"Auch am Arbeitsplatz und im Umgang mit Ämtern darf niemand wegen seiner oder ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert werden. Erzählen Sie keine „Schwulen-Witze“ – der Kollege im Nachbarzimmer könnte einer sein!"
Doro Zinke, stellvertretende Vorsitzende
Schwul oder lesbisch zu sein ist nicht die Regel, aber normal. Wer dies anders sieht, ist rückständig. Diese Rückständigkeit hat vielfache Ursachen. Kulturkreis, Erziehung, Bildung, um nur einige zu nennen. Die Bekämpfung von Homophobie muss daher an vielen Stellschrauben ansetzen und jeder von uns muss mit seinen Möglichkeiten Aufklärung betreiben. Ein erster Schritt ist, dass sich aufgeklärte Menschen in ihrem Umfeld klar und eindeutig gegen Homophobie bekennen. Dazu gehört, sich resolut gegen diskriminierende Äußerungen über Schwule (oder andere Minderheiten) in seinem Beisein zu verwahren und gegebenenfalls auch Beziehungen abzubrechen. Mit der Logik von John F. Kennedy würde ich heute sagen: "Ich bin ein Schwuler." Heißt: Jeder verbale oder tätliche Angriff auf einen homosexuellen Menschen ist unabhängig von meiner eigenen Orientierung auch ein Angriff auf das, was ich mir für dieses Land an Toleranz und Bewusstsein erwarte. Der Friedrichstadtpalast ist mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus 20 Nationen und Menschen jeder sexuellen Orientierung offen, modern und tolerant. Unsere Gäste sollen das auch sein. Das Eintrittsgeld von Rechtsextremen, Schwulenhassern und anderen unaufgeklärten Charakteren wollen wir wirklich nicht haben. Bleibt zu Hause und bildet Euch weiter.
Dr. Berndt Schmidt, Intendant
Torsten Manske, Präsidialmitglied
"Als einziges Filmfestival der A-Kategorie zeichnet die Berlinale seit mehr als 20 Jahren schwule, lesbische und transidentische Filme aus. Der queere Filmpreis TEDDY ist offizieller Bestandteil unseres Festivals und hat in entscheidendem Maß dazu beigetragen, dass diese Filme selbstverständliche Bestandteile aller Festivalsektionen geworden sind. Die aktuellen gewalttätigen Angriffe hier in Berlin, aber auch auf queere Filmfestivals weltweit, zeigen deutlich, dass die demokratischen Grundrechte überall und jeden Tag neu verteidigt werden müssen. Im Berliner Bündnis gegen Homophobie engagiert sich die Berlinale für Aufmerksamkeit, Handlungsmut und den aktiven Schutz von Minderheiten.
Dieter Kosslick, Leiter der Berlinale
"Vorurteile gegenüber homosexuellen Menschen sind in unserer Gesellschaft leider immer noch verbreitet. Gewalttätige Angriffe auf Schwule und Lesben sind keine Seltenheit. Die Jüdische Gemeinde zu Berlin engagiert sich im 'Bündnis gegen Homophobie', um zu erreichen, dass Homosexuelle als das akzeptiert werden, was sie sind, nämlich als Menschen!"
Lala Süßkind, Vorsitzende
“Der Vereinssport ist die größte Integrationsplattform dieser Stadt, das Kultivieren von Abneigungen hat bei uns keinen Platz. Die Werte des Sports vertragen sich nicht mit der Herabsetzung des Anderen. Sport fordert und fördert gegenseitigen Respekt. Hetze gegen Menschen anderer Hautfarbe, Anschauung, sexuelle Orientierungen oder kultureller Identität dürfen wir nicht hinnehmen. Homosexuelle haben in der Geschichte schon viel zu oft leiden müssen.“
Klaus Böger, Vorsitzender
Landesverband Deutscher Sinti und Roma Berlin Brandenburg e.V.
"Das Abweichen von traditionellen Lebensweisen und Normen wird noch immer mit negativen Sanktionen bedacht. Der Druck auf Menschen, die nicht der so genannten Norm entsprechen, ist hoch. So wie Homosexuelle immer wieder mit Vorbehalten, Ablehnung und Gewalt konfrontiert sind, so sehen sich Angehörige unserer Minderheit ebenfalls jahrhundertealten Vorurteilen und Anfeindungen bis hin zu tätlichen Angriffen ausgesetzt; für beide Minderheiten ist es ein gravierendes Problem, ihre Identität zu leben und offen anzusprechen. Gemeinsam sind uns auch die Verfolgung im Nationalsozialismus und die Erfahrungen anhaltender Stigmatisierung nach 1945. Auch die Homosexuellen gehörten jahrzehntelang zu den vergessenen Opfern; die Anerkennung als Opfer des Nationalsozialismus nach dem Bundesentschädigungsgesetz sowie die damit verbundene Gleichstellung mit anderen Opfergruppen blieb ihnen versagt. Aus der Vergangenheit wissen wir, dass Vorurteile, Intoleranz, Ausgrenzung und Hass den Nährboden für extremistische politische Strömungen bildeten, die letztendlich zum millionenfachen Völkermord führten. Daher müssen die brutalen Übergriffe der vergangenen Monate auf Menschen, deren sexuelle Orientierung nicht dem klassischen Rollenverhalten entspricht, uns alle alarmieren. Jeder Form der Diskriminierung von Homosexuellen gilt es entschieden entgegenzutreten. Berlin muss Hauptstadt der Toleranz bleiben! Der Landesverband Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg unterstützt als Gründungsmitglied das Berliner Bündnis gegen Homophobie mit der Absicht, Homophobie zu einem Thema zu machen, das alle angeht."
Petra Rosenberg, Vorsitzende
"In der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten sind die Gedenkstätten Sachenhausen mit der Außenstelle "Museum des Todesmarsches", Ravensbrück und die Dokumentationsstelle Brandenburg zusammengefasst. Sie werden alljährlich von mehr als einer halben Million Menschen aus aller Welt besucht, die sich vor Ort darüber informieren wollen, wohin Rassismus, Antisemitismus und die Verfolgung von sozialen Gruppen führen kann, die aus dem einen oder anderen Grund stigmatisiert werden. Die Gedenkstätten sind aber nicht nur Erinnerungsorte, sondern auch Kraftquellen für die Gegenwart, die uns darin bestärken, diesen oder ähnlichen Erscheinungen in unserem Alltag beherzt entgegen zu treten. In diesem Sinne unterstützen wir das Berliner "Bündnis gegen Homophobie", denn die sexuelle Selbstbestimmung ist ein unveräußerliches Menschenrecht."
Christa Stolle
Kay Wuschek
„Wir begrüßen und unterstützen die Initiative des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg (LSVD) ausdrücklich und freuen uns, zusammen mit relevanten Berliner Organisationen wie z.B. der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, der Deutschen Oper, dem Berliner Fußball-Verband und Coca-Cola dem Bündnis gegen Homophobie anzugehören. Homophobie hat keinen Platz in unserer Gesellschaft. Die heterosexuelle Mehrheitsgesellschaft setzt mit dem Bündnis ein sichtbares Zeichen dafür, dass Lesben, Schwule und Transgender ihre persönlichen Lebensentwürfe selbstbestimmt entwickeln können, frei von Benachteiligungen, frei von Anfeindungen und Diskriminierungen. Als TBB werden wir diese Bemühungen unterstützen. Gemeinsam mit dem LSVD Berlin-Brandenburg werden wir im Rahmen unserer politischen Aktivitäten und unserer Projekte für Respekt und Akzeptanz für gleichgeschlechtliche Lebensweisen eintreten.“
Safter Çınar, Vorstandssprecher des TBB:
"Türkiyemspor Berlin e.v. 1978 begrüßt und gratuliert sehr herzlich das Bündnis, das gegen Homophobie, eine Initiative des Lesbenund Schwulenverbandes Berlin – Brandenburg (LSVD) e.V., ist. [...]" Die vollständige Pressemitteilung können Sie hier lesen: PDF-Dokument
Susam Dündar - Isik (Foto: Queerkopf)
Verein Iranischer Flüchtlinge
"Für uns, Verein iranischer Flüchtlinge in Berlin e.V. ist selbstverständlich bei Gründung eines Berliner "Bündnisses gegen Homophobie" mitzuwirken. Wir kommen aus einem Land, in dem die Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung nach herrschenden Gesetzen verfolgt, misshandelt und sogar hingerichtet werden. Daher ist unser Engagement für eine gleichberechtigte Gesellschaft, hier ohne Homophobie, die Fortsetzung unserer täglichen Arbeit für die Durchsetzung universeller Menschenrechte und gegen Intoleranz."
Hamid Nowrazi
ZENTRALRAT DEUTSCHER SINTI UND ROMA
Als Gäste nahmen teil:
1. Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT) 2. Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz 3. Humboldt-Universität zu Berlin 4. Landeskommission Berlin gegen Gewalt 5. Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung 6. Landeszentrale für politische Bildungsarbeit Berlin 7. Maneo – Das schwule Anti-Gewalt-Projekt in Berlin
Das Bündnis gegen Homophobie ist eine Initiative des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin–Brandenburg (LSVD) e.V.
Kontakt: Bündnis gegen Homophobie c/o Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) e.V. Kleiststraße 35, 10787 Berlin (Bezirk Tempelhof-Schöneberg)